Einmal im Jahr, immer über Rio, und danach eine Region, die ich noch nicht kenne.
Es gibt Länder, in die man reist, und es gibt eines, in das man zurückkommt. Meine Wurzeln liegen in Brasilien, darum war das für mich nie eine Fernreise. Ich fliege nach Hause. Das fängt schon am Flughafen an, an der Sprache und an der Art, wie einem hier begegnet wird. Nach zwei Tagen fühlt es sich an, als wäre ich nie weg gewesen.
Der Ablauf ist seit Jahren derselbe. Zuerst Rio, ein paar Tage, immer dieselben Wege, immer dasselbe Café am Morgen. Danach eine Region, die ich noch nicht kenne. So ist eine Landkarte entstanden, die ich nie geplant habe, und ich bin noch lange nicht fertig. Brasilien ist fast so gross wie ganz Europa, da geht der Vorrat nicht aus.

Tippe auf eine Landschaft und du siehst, was sie ausmacht.
Rio ist der Ort, an dem für mich jede Brasilienreise beginnt, und ich mache dort jedes Mal fast dasselbe. Morgens am Wasser entlang, wenn die Strandbars noch aufbauen, danach die steilen Gassen von Santa Teresa. Auf den Corcovado gehe ich nur früh am Morgen, später wird es dort eng. São Paulo hänge ich mit ein bis zwei Nächten an, meistens am Schluss, weil dort der Rückflug abgeht und weil in dieser Stadt sehr gut gegessen wird. Dazwischen liegt die grüne Küste um Paraty, ein ruhiger Zwischenhalt, wenn du die Tage übrig hast.
Bahia hat einen eigenen Takt, langsamer als der Süden, und das merkst du nach einer halben Stunde. Salvador ist der Einstieg, die Oberstadt mit ihren Kirchen und der Musik, die abends aus offenen Türen kommt. Von dort geht es die Küste hinauf nach Praia do Forte mit den Schildkröten oder hinunter nach Itacaré, wo der Regenwald bis an den Strand reicht. Die Strassen sind teils rau, dafür ist an vielen Buchten kaum jemand. Ich bleibe hier jedes Mal länger, als ich vorhatte.
Wenn du Tiere sehen willst, ist das Pantanal die erste Adresse im Land. Es ist ein Feuchtgebiet, im Trockenen zieht sich das Wasser zurück und alles sammelt sich an den letzten Tümpeln, offen und ohne Blätterdach über dem Kopf. Kaimane liegen zu Dutzenden am Ufer, dazu Wasserschweine, Aras und mit etwas Geduld ein Jaguar. Gefahren wird morgens und am späten Nachmittag, dazwischen ist es allen zu heiss. Zwei bis drei Nächte, damit du auf vier bis sechs Ausfahrten kommst.
Ab Manaus geht es mit dem Boot los, und nach einer Stunde ist ausser Wasser und Wald nichts mehr da. Tiere siehst du hier weniger als im Pantanal, dafür hörst du den Wald bei Nacht, und das vergisst man nicht mehr. Bei Hochwasser fährst du zwischen den Baumkronen durch, bei Niedrigwasser liegen Sandbänke frei und du kannst laufen. Beides lohnt sich, es sind einfach zwei verschiedene Reisen. Unter drei Nächten würde ich gar nicht erst anreisen, allein die Anfahrt frisst einen Tag.
Man hört die Fälle, bevor man sie sieht. Die brasilianische Seite gibt dir den Überblick über die ganze Reihe, die argentinische bringt dich näher an den Teufelsschlund. Beide an einem Tag geht, ist aber gehetzt, zwei Nächte sind entspannter. Wer im Park übernachtet, steht morgens vor der Öffnung schon drin und hat die Stege eine Stunde lang fast für sich. Zwischen Rio und dem Pantanal liegt es ohnehin auf dem Weg.
Ein paar Fragen zu Zeit, Tempo und Interessen, dann baue ich dir eine Route quer durchs Land, mit den Etappen und Flugzeiten und den Häusern aus meiner Auswahl, die unterwegs liegen.
Das Ergebnis ist ein Anhaltspunkt ohne Gewähr. Eine persönliche Beratung braucht es immer, und genau dafür bin ich da.
Dem Ingenieur Heitor da Silva Costa war Beton zu roh für seine Statue. Er liess sie mit hellem Speckstein aus einem Steinbruch bei Ouro Preto verkleiden, in Millionen kleiner Dreiecke geschnitten. Kopf und Hände entstanden in Frankreich und kamen in nummerierten Teilen nach Rio.
Aufgeklebt wurde von Hand, unter anderem von Frauen, die sich dafür in den Kirchen der Stadt trafen. Manche sollen die Namen von Angehörigen auf die Rückseite geschrieben haben, bevor der Stein an die Wand kam. Der alte Steinbruch ist längst erschöpft, seither kommt bei Reparaturen dunklerer Stein an die Wand. Eingeweiht wurde die Statue am 12. Oktober 1931.


Oben auf dem Felsen hörst du nur das Meer, und trotzdem bist du in zehn Minuten zu Fuss im Städtchen.Patrick Zimmerling · Traveler Expert
Küste und Städte von Dezember bis März, das Pantanal von Juli bis Oktober. Wer beides in einer Reise will, nimmt September oder Oktober.
Swiss fliegt täglich nonstop ab Zürich nach São Paulo, rund 11.45 Stunden. Nach Rio und in alle anderen Landesteile mit einem Umstieg.
Der Osten liegt auf UTC minus 3 und kennt seit 2019 keine Zeitumstellung mehr. In unserem Sommer sind es fünf Stunden, im Winter vier.
Karte geht fast überall, auch am Strandkiosk. Bargeld brauchst du kaum, für Trinkgeld und kleine Märkte ist etwas trotzdem angenehm.
Ausserhalb der Hotels kommst du mit Englisch schnell an die Grenze. Ein paar Brocken Portugiesisch helfen dir hier mehr als in vielen anderen Ländern.
In São Paulo lebt die grösste japanischstämmige Gemeinschaft ausserhalb Japans, ihr Zentrum ist das Viertel Liberdade. Entsprechend gut isst man dort, mitten in Südamerika.
Tippe auf ein Haus und du siehst alle Details.
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